Psychosomatik

"Psycho-" = die Seele betreffend + Soma = den Körper betreffend 

→ Körperliche und seelische Vorgänge werden in ihrem Zusammenspiel und ihrer Wechselwirkung aufeinander betrachtet.

 

Uns stockt der Atem vor Schreck oder Freude, wir sind „verschnupft“, wenn wir erkältet sind, haben meist schlechtere Laune und können uns nicht so konzentrieren wie sonst, das ist für jeden eigentlich eine Selbstverständlichkeit – und macht diese Zusammenhänge erlebbar.

In unserer Sprache finden sich viele „psychosomatische“ Begriffe, die diese Erfahrung beschreiben, wie:

 „...Herzschmerz...“, „ Dem ist eine Laus über die Leber gelaufen!“, „Das macht mir Bauchschmerzen, ...“, „Einen dicken Kopf haben, ...“, „Die Nase voll haben, ...“, "Das ist mir auf den Magen geschlagen“, ...

(Sicher fallen Ihnen/ fallen Dir noch weitere Redewendungen ein - dann gerne über das Kontaktformular an unsere Praxis senden - ich sammle sie! C.J.).

 

So können sich seelische Belastungen und Erkrankungen bis ins Körperliche auswirken. Dies reicht von Bauch- oder Kopfschmerzen vor Prüfungen und „Schulbauchschmerz“ bis hin zu Gangstörungen, epilepsieartigen Anfällen (pseudoepileptische Anfälle) oder chronischen Schmerzzuständen (Schmerzverstärkungssyndrom) - um nur die eindrücklichsten Phänomene zu nennen.

Bei den betroffenen Kindern und Jugendlichen wird oft erst nach vielen, zum Teil auch eingreifenden und belastenden körperlichen Untersuchungen und langwieriger Suche die psychosomatische Komponente in Betracht gezogen.

 

Körperliche, vor allem chronische (langwierige) Krankheiten können aus den körperlichen Umständen heraus (aber auch allein durch die Belastung, die sie bedeuten) zu psychischen Problemen führen - oder sie verschlimmern sich, wenn psychische Belastungen oder Erkrankungen hinzukommen. (s.a. →  Diabetes und Psyche). Auch diese Schwierigkeiten werden zum Gebiet der Psychosomatik gezählt!

Leider haben Kinder und Jugendliche mit psychosomatischen Beschwerden auch im Erwachsenenalter ein höheres Risiko Depressionen und chronisch-psychosomatische Beschwerden zu entwickeln. Daher ist uns der psychosomatische Ansatz so wichtig und wesentlich, um frühzeitig präventiv wirksam werden zu können.

  

Typisch psychosomatische Diagnosen:

  • Fütterungsstörungen

  • „Schreikinder“

  • Einnässen

  • Einkoten

  • chronische  Bauchschmerzen, Reizdarmsyndrom

  • chronische  Kopfschmerzen

  • chronische  Schmerzsyndrome ("Schmerzverstärkungssyndrom")

  • psychische  Beeinträchtigungen durch oder bei chronsiche Erkrankungen wie

Asthma, Neurodermitis, Diabetes mellitus, juvenile Arthritis (kindliches Rheuma), chronisch entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa), neurologische Erkrankungen (Epilepsie, MS, …)

  • psychogene Gangstörungen

  • pseudoepileptische Anfälle

 

Ihr Kinder- und Jugendarzt/ Ihre Kinder- und Jugendärztin ist dabei natürlich ihr erster/ ihre erste AnsprechpartnerIn. Die Psychosomatik gehört auch in sein Fachgebiet!

Er oder sie kennt ihr Kind und Ihre Familie am Besten und kann mit Ihnen beraten, welche körperlichen Ursachen für die Symptome Ihres Kindes in Frage kommen bzw. wie diese ausgeschlossen werden können

- und ob neben der kinderärztlichen Beratung und Behandlung eine psychosomatische-psychiatrische Einschätzung sinnvoll wäre.